10.tmp.ch

Für die Pfynerinnen und Pfyner sind wir die Archivare der Vergangenheit, digitalisieren Fotos und Texte, machen Interviews und Filme über den Alltag in Pfyn und dokumentieren das Leben vor Ort. Das Sammeln von Daten und Geschichten von und über Pfyn, das Aufarbeiten von Daten und das Zusammenstellen von Ausstellungen sind der Kern unserer Arbeit in Pfyn. Wir archivieren das Leben und zeigen es wieder. Manchmal ersetzen die Filme und Videos nicht geführte Gespräche; die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte hat dazu geführt, dass ein Bewusstsein für die eigene Geschichte und Kultur entstanden ist. 

„10.tmp.ch“ weiterlesen

TMP goes NYC: The Telltale Project

The Telltale Project ist eine Ausstellung des Transitorischen Museums zu Pfyn im Ausstellungsraum Offline, der Kunsthalle CENTRAL BOOKING in New York City. Die Ausstellung wird künstlerische Arbeiten der Schweizer Künstler Alex Meszmer / Reto Müller und Mark Staff Brandl zeigen: eine Wandinstallation über Probleme von Geschichten der Kunstgeschichte von Brandl und eine Installation die Geschichten zum Thema Heimat erzählen von Meszmer/Müller. Begleitet wird die Ausstellung von Künstlergesprächen und einem Performance-Vortragsabend.

„TMP goes NYC: The Telltale Project“ weiterlesen

Eine Forschungsreise – a research trip (Part 1)

Im Jahr 2012 bekamen wir die Zusage für eine Künstlerresidenz der Pro Helvetia in Kairo, die wir im Herbst 2013 antreten wollten. Die Zuspitzung der politischen Situation nach dem Sturz des Präsidenten Mursi veranlassten die Pro Helvetia alle Kairo Stipendien im Jahr 2013 auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Ausserdem wurde uns klar, dass unser ursprüngliches Projekt, das sich mit der aufkeimenden Demokratie in Aegypten beschäftigen sollte, so nicht durchführbar war. So schlug uns die Pro Helvetia Kairo vor, dass wir im Herbst 2014 eine Recherche- und Forschungsreise nach Kairo (Alexandria) und Asyut machen könnten, um ein neues Projekt zu entwickeln. Diese Reise traten wir im November 2014 an und die folgenden Ausführungen sind ein Tagebuch unserer Erlebnisse in diesem spannenden Land.
Gut in Kairo angekommen – bei 27 Grad und Sonnenschein – brachte uns unser Fahrer sicher durch den Berufsverkehr – auch wenn wir zuerst kurz am zweifeln waren, als nach 5m Fahrt schon fast der Aussenspiegel ab war und dann gleich noch ein toter streunender Hund auf der Strasse lag. Die Fahrt war auf alle Fälle nichts für schwache Nerven und der Verkehr in Kairo ist, sagen wir es einmal so: gewöhnungsbedürftig für einen Europäer. Wir waren in einer Wohnung auf der Insel Gezira im Stadtteil Zamalek untergebracht. Die Strasse in der wir wohnten verläuft parallel zur Strasse des 26. Juli – eine der grossen Hauptstrassen von Kairo, die quer über die Insel Gezira verläuft – und ist etwas ruhiger, wenn man in Kairo von ruhig sprechen kann. Draussen ist es überall laut und hupt und hupt und nicht nur Autofahren ist nur etwas für Menschen mit starken Nerven (wozu zeichnet man eigentlich Spuren auf die Strassen, wenn doch bei drei Spuren locker acht Autos und ein Bus neben einander passen…) und wir fragten uns, wie man hier Strassen überquert ohne als Himmelfahrtskommando unterwegs zu sein.

„Eine Forschungsreise – a research trip (Part 1)“ weiterlesen

Eine Forschungsreise – a research trip (Part 2)

Am Mittwoch Morgen hatten wir sehr schnell gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Wir hatten beide Durchfall (gottseidank hat die Wohnung zwei Toiletten) und uns war schlecht. Warum konnten wir bis heute nicht genau herausfinden – allerdings ist es schwierig in dem täglichen Chaos mit unseren verwöhnten europäischen Mägen nicht irgendetwas aufzugabeln. Wir haben uns an der Reiseapotheke bedient und wir wussten ja genau, dass uns eine mehrstündige Busfahrt bevorstand. In der Schweizer Botschaft bekamen wir unsere Unterlagen und Kontaktinformationen für die Kulturschaffenden in Alexandria und der Botschafts-Boy brachte uns zur Bushaltestelle, die wir ohne ihn sicher niemals gefunden hätten. Dabei mussten wir ihm mehrfach halsbrecherisch durch den Verkehr und über Strassen folgen, vor Motorhauben hüpfen usw. Die Busfahrt war dank Immodium einigermassen ok – der Bus sehr eng und voll. Mitten auf den Autobahnen sind plötzlich quer über die Strasse Schwellen aus Teer und Beton gebaut und plötzlich halten alle Fahrzeuge an, weil sie langsam drüber fahren müssen. Interessanterweise haben sich an allen Schwellen lauter kleine Marktstände angesiedelt, die sofort zu den Bussen und Autos gelaufen kommen und von Wasser bis Nüsse oder gebratene Maiskolben alles anbieten, was man auf einer Autobahnfahrt durch die Wüste brauchen könnte. Mina, unser Coach, hat uns erzählt, dass jeder in Aegypten solche Schwellen bauen kann und dass es kein Zufall ist, dass die Marktstände genau an diesen Punkten stehen.

„Eine Forschungsreise – a research trip (Part 2)“ weiterlesen

Eine Forschungsreise – a research trip (Part 3)

Am Montag Morgen fuhren wir um 6.30 Uhr mit dem Zug nach Assiut.
Ramses Station ist der Hauptbahnhof von Kairo und ist von Aussen ganz neu renoviert, ebenso das Innere der Bahnhofshalle, die den neuen Louvre Eingang kopiert.
Der Gegensatz zwischen dem Hochglanz der Bahnhofshalle und dem Chaos und Dreck auf den Bahnsteigen könnte nicht grösser sein. Die Züge sind alt, wobei die Expresszüge noch einigermassen in Schuss sind. Einigermassen weil der Zug am Montag Morgen dermassen dreckig war, dass es für arme kleine Schweizer Seelchen sehr viel Ueberwindung kostete auch nur auf den Sitzplatz zu sitzen. In der 1. Klasse ist etwas weniger Chaos beim Einsteigen, während in der 2. Klasse alle irgendwo hineindrängen – egal wo – und dann im fahrenden Zug ihren Sitzplatz suchen und dafür Kartonschachteln, Tüten und Taschen, Koffer, Frauen und Kinder einmal quer durch den Zug transportieren müssen. Zwischen den Waggons gibt es Toiletten, die man besser nicht benutzt (was nicht ganz einfach ist bei 5h Zugfahrt) und dort wird auch geraucht, dort sitzen Soldaten und Polizisten und wer keine Platzreservierung hat. Die Regionalzüge in Aegypten sehen so aus, wie Waggons, die zu Feuerwehrübungen in der Schweiz benutzt worden sind – sie haben keine Fenster und Türen mehr und man springt dann einfach mal auf.Auf den Bahnhöfen wird einfach über die Geleise gesprungen, Kinder suchen zwischen den Geleisen nach Büchsen für Pfand…

„Eine Forschungsreise – a research trip (Part 3)“ weiterlesen

Eine Forschungsreise – a research trip (Part 4)

Während der letzten Tage in Kairo besuchten wir noch ein paar Sehenswürdigkeiten, wie das Koptische Museum und den Cairo Tower und wir trafen die ägyptische Künstlerin Huda Lutfi – was auch ein tolles Erlebnis war. Die meiste Zeit widmeten wir jedoch dem Nachdenken: Was haben wir alles gesehen und erlebt? Was für ein Projekt möchten wir in Aegypten machen? Mit wem möchten wir zusammen arbeiten? Wie kann das Projekt aussehen?

Dazu haben wir erste Ideen entwickelt, an denen wir weiter arbeiten. Was dies genau heisst, darüber informieren wir Sie gerne, sobald wir soweit sind! Und wir können versprechen: Sie sind spannend!

During the last days in Cairo, we visited several sights like the Coptic Museum, Cairo Tower and we met the Egyptian artist Huda Lutfi – another very special experience. And we used most of our time to think: What have we seen an experienced? What kind of project do we want to create in Egypt? With whom do we want to work? How will our project develop?

We developed a first draft of ideas that we want to work on. We will inform you about them, as soon as we know more!
And we can promise: They are exciting!

 

Die zweite Schweizer Kulturhauptstadt Pfyn ist Geschichte!

Das Amphitheater in Pfyn
Das Amphitheater in Pfyn

— please scroll down for english version —

 

Mit dem Jahreswechsel 2012/13 sind die beiden turbulenten Kulturhauptstadtjahre in der Gemeinde Pfyn im Thurgau zu Ende gegangen. Das Programm läuft mit dem Pfyner Kulturforum noch bis in den Frühling weiter und die Rückstellung des Theaterprojekts zur Kulturhauptstadt wird auch in Zukunft noch kulturelle Highlights erwarten lassen. Der Abschluss des Projekts von Stefano W. Pasquini zu den Demokratischen Kunstwochen wird auch erst im Jahr 2013 stattfinden, manche Projekte, wie MEMOpfyn von Fatma Hendawy Yehia noch weiterlaufen. Frau Gemeindeammann Jacqueline Müller gab in einem Interview mit der Thurgauer Zeitung Auskunft über ihr Resümée der Kulturhauptstadtjahre. Das Interview können Sie hier lesen.

Das Leben geht wieder seinen normalen Gang in Pfyn. Das Engagement der Vereine und Institutionen für die Kultur im Dorf geht weiter und Pfyn ist auch in Zukunft eine Reise wert.

zeitgarten.ch schreibt Berichte, analysiert und evaluiert die Projekte und Programme der letzten beiden bzw. drei Jahre, sortiert tausende von Fotos, Stunden von Videos, Presseartikel und Texte – es ist sehr beeindruckend was alles passiert ist in diesen beiden Jahren und wie viele Menschen bei der Idee ‚Pfyn – Kulturhauptstadt der Schweiz 2011-12‘ mitgemacht haben!

Wir können nur sagen:

HERZLICHEN DANK AN ALLE DIE DAZU BEIGETRAGEN HABEN!

Wir hätten das niemals alleine geschafft! „Die zweite Schweizer Kulturhauptstadt Pfyn ist Geschichte!“ weiterlesen

DKW: Matthias Kuhn / Franz Anton Mesmer in Pfyn

mesmer_portrait

‚Geschichte lebt selbstverständlich mit den Menschen, die sie durchleben, Geschichte verwandelt sich in Geschichten, man könnte sagen, dass Geschichten die Geschichte recht eigentlich konstituieren, wann immer erzählt und zugehört wird. Wenn Geschichte das ist, was sich ereignet, dann gilt auch diese Aussage: «Geschichten ereignen sich nicht, Geschichten werden erzählt.» Es ist der erste Satz aus dem neuen Buch von Christoph Ransmayr, dem «Atlas eines ängstlichen Mannes». Unser Geschichtsbuch, ein bisschen pathetisch gesagt, das Geschichtsbuch der Menschheit – das schlicht heissen wird «Eine umfassende Geschichte der Welt» – wird letztlich aus Transkriptionen von Gesprächen, aus Erzählungen, Romanen, Tatsachenberichten und Protokollen, aus allen möglichen Biografien, aus Audio- und Videoaufnahmen, aus Filmen, aus Büchern, Heften und Notizen, aus sehr vielen Bildern natürlich, Gemälden, Fotografien und so weiter entstehen.‘ schreibt Matthias Kuhn in der Einleitung zu seinem Vortrag über Franz Anton Mesmer in Pfyn und gibt damit das Programm für sein Projekt zu den Demokratischen Kunstwochen in Pfyn vor. Er folgt den Spuren des berühmten Arztes und Magnetiseurs Franz Anton Mesmer, der wahrscheinlich von 1809 bis Ende 1812 in Frauenfeld an der Zürcherstrasse lebte.

“History originates naturally together with the people undergoing it. History transforms into stories as one may say, stories constitute history whenever they are told and listened to. If history is what happens, then the following quote should be considered: ‚Stories don’t happen, stories are being told.‘ It is the first sentence in Christoph Ransmayrs new book ‚Atlas of a scared man‘. Our history book – or to be a bit pathetic: the history book of mankind that is going to be called ‚the Comprehensive Chronicles of the World‘ is going to emerge from transcripts of conversations, narratives, novels, documentary reports, minutes, from biographies, audio and videos, movies, books, booklets and notes and from many images, paintings, fotos and so on and so on.‘ Matthias Kuhn has written in his introduction of his lecture about Franz Anton Mesmer, famous doctor and magnetizer, in Pfyn. Mesmer probably lived in Frauenfeld in between 1809 and late 1812. „DKW: Matthias Kuhn / Franz Anton Mesmer in Pfyn“ weiterlesen

Pfyn – Kulturhauptstadt der Schweiz 2011-12 auf der dOCUMENTA 13

 

Im Rahmen des Programms ‚Winning Hearts and Souls‘ des Künstlerkollektivs Critical Art Ensemble konnten sich Künstlerinnen und Künstler mit ihren Projekten bewerben um eine Stunde lang auf der dOCUMENTA 13 in Kassel präsent zu sein. Die Schweizer Kulturhauptstadt Pfyn wurde ausgewählt und konnte am 27.6.2012 in einer Stunde über 70 Besucherinnen und Besucher über das reichhaltige Programm informieren und die dOCUMENTA 13 Besucher einladen einen Abstecher in die Schweiz und nach Pfyn zu machen.