Eine Forschungsreise – a research trip (Part 2)

Am Mittwoch Morgen hatten wir sehr schnell gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Wir hatten beide Durchfall (gottseidank hat die Wohnung zwei Toiletten) und uns war schlecht. Warum konnten wir bis heute nicht genau herausfinden – allerdings ist es schwierig in dem täglichen Chaos mit unseren verwöhnten europäischen Mägen nicht irgendetwas aufzugabeln. Wir haben uns an der Reiseapotheke bedient und wir wussten ja genau, dass uns eine mehrstündige Busfahrt bevorstand. In der Schweizer Botschaft bekamen wir unsere Unterlagen und Kontaktinformationen für die Kulturschaffenden in Alexandria und der Botschafts-Boy brachte uns zur Bushaltestelle, die wir ohne ihn sicher niemals gefunden hätten. Dabei mussten wir ihm mehrfach halsbrecherisch durch den Verkehr und über Strassen folgen, vor Motorhauben hüpfen usw. Die Busfahrt war dank Immodium einigermassen ok – der Bus sehr eng und voll. Mitten auf den Autobahnen sind plötzlich quer über die Strasse Schwellen aus Teer und Beton gebaut und plötzlich halten alle Fahrzeuge an, weil sie langsam drüber fahren müssen. Interessanterweise haben sich an allen Schwellen lauter kleine Marktstände angesiedelt, die sofort zu den Bussen und Autos gelaufen kommen und von Wasser bis Nüsse oder gebratene Maiskolben alles anbieten, was man auf einer Autobahnfahrt durch die Wüste brauchen könnte. Mina, unser Coach, hat uns erzählt, dass jeder in Aegypten solche Schwellen bauen kann und dass es kein Zufall ist, dass die Marktstände genau an diesen Punkten stehen.

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Eine Forschungsreise – a research trip (Part 3)

Am Montag Morgen fuhren wir um 6.30 Uhr mit dem Zug nach Assiut.
Ramses Station ist der Hauptbahnhof von Kairo und ist von Aussen ganz neu renoviert, ebenso das Innere der Bahnhofshalle, die den neuen Louvre Eingang kopiert.
Der Gegensatz zwischen dem Hochglanz der Bahnhofshalle und dem Chaos auf den Bahnsteigen könnte nicht grösser sein. Die Züge sind alt, wobei die Expresszüge noch einigermassen in Schuss sind. In der 1. Klasse ist etwas weniger Chaos beim Einsteigen, während in der 2. Klasse alle irgendwo hineindrängen – egal wo – und dann im fahrenden Zug ihren Sitzplatz suchen und dafür Kartonschachteln, Tüten und Taschen, Koffer, Frauen und Kinder einmal quer durch den Zug transportieren müssen. Zwischen den Waggons gibt es Toiletten, die man besser nicht benutzt (was nicht ganz einfach ist bei 5h Zugfahrt) und dort wird auch geraucht, dort sitzen Soldaten und Polizisten und wer keine Platzreservierung hat. Die Regionalzüge in Ägypten sehen so aus, wie Waggons, die zu Feuerwehrübungen benutzt worden sind – sie haben keine Fenster und Türen mehr und man springt dann einfach mal auf. Auf den Bahnhöfen wird einfach über die Geleise gesprungen, Kinder suchen zwischen den Geleisen nach Büchsen für Pfand…

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Eine Forschungsreise – a research trip (Part 4)

Während der letzten Tage in Kairo besuchten wir noch ein paar Sehenswürdigkeiten, wie das Koptische Museum und den Cairo Tower und wir trafen die ägyptische Künstlerin Huda Lutfi – was auch ein tolles Erlebnis war. Die meiste Zeit widmeten wir jedoch dem Nachdenken: Was haben wir alles gesehen und erlebt? Was für ein Projekt möchten wir in Aegypten machen? Mit wem möchten wir zusammen arbeiten? Wie kann das Projekt aussehen?

Dazu haben wir erste Ideen entwickelt, an denen wir weiter arbeiten. Was dies genau heisst, darüber informieren wir Sie gerne, sobald wir soweit sind! Und wir können versprechen: Sie sind spannend!

During the last days in Cairo, we visited several sights like the Coptic Museum, Cairo Tower and we met the Egyptian artist Huda Lutfi – another very special experience. And we used most of our time to think: What have we seen an experienced? What kind of project do we want to create in Egypt? With whom do we want to work? How will our project develop?

We developed a first draft of ideas that we want to work on. We will inform you about them, as soon as we know more!
And we can promise: They are exciting!

 

Blitzschlag auf Kirchturm

Am Samstag den 12.07. 2014 schlug bei einem heftigen Gewitter der Blitz in den Kirchturm von Pfyn ein. Abgesehen von der Kirchturmuhr, ging das auch nicht ganz spurlos an unseren Geräten im zeitgarten.ch vorbei, Einige Geräte funktionierten nicht mehr oder nur nach langem guten Zureden, einige schalteten sich selber ein – wie von Geisterhand. Den Blitzschlag nicht überlebt hat unser Router – der Internetzugang, der auch die Schnittstelle für die Datenbank von Pfyn und den Mobile-App für den historischen Stationenweg ist. Dieser wurde sehr schnell wieder ersetzt, allerdings dauerte es etwas, bis die Adressen und Zuordnungen wieder richtig eingerichtet waren – vielen herzlichen Dank an dieser Stelle an den Studiengang Angewandte Informationstechnologien, Prof. Hans-Peter Hutter und seinem Wissenschaftlichen Mitarbeiter Jonas Looser.

Ab jetzt können Sie also wieder auf der Datenbank stöbern gehen:

http://archiv.zeitgarten.ch/

US1105 Stefano W. Pasquini for democratic art weeks / Demokratische Kunstwochen

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Herzliche Einladung zur performativen Enthüllung der Skulptur US1105 von Stefano W. Pasquini, geschaffen für die Demokratischen Kunstwochen des Transitorischen Museums im Rahmen von Pfyn – Kulturhauptstadt der Schweiz 2011-12.
Samstag 26. April 2014, 17 Uhr, Badi Pfyn (anschliessend Apéro)
Der Künstler und Frau Gemeindeamman Jacqueline Müller werden anwesend sein.
Im Foyer der Gemeinde Pfyn können noch bis zum 23. April 2014 Postkarten für die Zeitkapsel ausgefüllt werden.
Sie sind herzlich eingeladen, Gedanken für Pfyn im Jahr 2111 zu hinterlassen!

Hochwasser im Mai/Juni 2013

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Die heftigen Regenfälle der letzten Tage führten dazu, dass die Thur so viel Wasser führt, wie schon lange nicht mehr. Das kurze Video zeigt Eindrücke aus Pfyn.

We had very heavy rain within the last days and the river Thur is flooding the region. The short video shows the situation in Pfyn today.

Die zweite Schweizer Kulturhauptstadt Pfyn ist Geschichte!

Das Amphitheater in Pfyn
Das Amphitheater in Pfyn

— please scroll down for english version —

 

Mit dem Jahreswechsel 2012/13 sind die beiden turbulenten Kulturhauptstadtjahre in der Gemeinde Pfyn im Thurgau zu Ende gegangen. Das Programm läuft mit dem Pfyner Kulturforum noch bis in den Frühling weiter und die Rückstellung des Theaterprojekts zur Kulturhauptstadt wird auch in Zukunft noch kulturelle Highlights erwarten lassen. Der Abschluss des Projekts von Stefano W. Pasquini zu den Demokratischen Kunstwochen wird auch erst im Jahr 2013 stattfinden, manche Projekte, wie MEMOpfyn von Fatma Hendawy Yehia noch weiterlaufen. Frau Gemeindeammann Jacqueline Müller gab in einem Interview mit der Thurgauer Zeitung Auskunft über ihr Resümée der Kulturhauptstadtjahre. Das Interview können Sie hier lesen.

Das Leben geht wieder seinen normalen Gang in Pfyn. Das Engagement der Vereine und Institutionen für die Kultur im Dorf geht weiter und Pfyn ist auch in Zukunft eine Reise wert.

zeitgarten.ch schreibt Berichte, analysiert und evaluiert die Projekte und Programme der letzten beiden bzw. drei Jahre, sortiert tausende von Fotos, Stunden von Videos, Presseartikel und Texte – es ist sehr beeindruckend was alles passiert ist in diesen beiden Jahren und wie viele Menschen bei der Idee ‚Pfyn – Kulturhauptstadt der Schweiz 2011-12‘ mitgemacht haben!

Wir können nur sagen:

HERZLICHEN DANK AN ALLE DIE DAZU BEIGETRAGEN HABEN!

Wir hätten das niemals alleine geschafft! „Die zweite Schweizer Kulturhauptstadt Pfyn ist Geschichte!“ weiterlesen

DKW: Matthias Kuhn / Franz Anton Mesmer in Pfyn

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‚Geschichte lebt selbstverständlich mit den Menschen, die sie durchleben, Geschichte verwandelt sich in Geschichten, man könnte sagen, dass Geschichten die Geschichte recht eigentlich konstituieren, wann immer erzählt und zugehört wird. Wenn Geschichte das ist, was sich ereignet, dann gilt auch diese Aussage: «Geschichten ereignen sich nicht, Geschichten werden erzählt.» Es ist der erste Satz aus dem neuen Buch von Christoph Ransmayr, dem «Atlas eines ängstlichen Mannes». Unser Geschichtsbuch, ein bisschen pathetisch gesagt, das Geschichtsbuch der Menschheit – das schlicht heissen wird «Eine umfassende Geschichte der Welt» – wird letztlich aus Transkriptionen von Gesprächen, aus Erzählungen, Romanen, Tatsachenberichten und Protokollen, aus allen möglichen Biografien, aus Audio- und Videoaufnahmen, aus Filmen, aus Büchern, Heften und Notizen, aus sehr vielen Bildern natürlich, Gemälden, Fotografien und so weiter entstehen.‘ schreibt Matthias Kuhn in der Einleitung zu seinem Vortrag über Franz Anton Mesmer in Pfyn und gibt damit das Programm für sein Projekt zu den Demokratischen Kunstwochen in Pfyn vor. Er folgt den Spuren des berühmten Arztes und Magnetiseurs Franz Anton Mesmer, der wahrscheinlich von 1809 bis Ende 1812 in Frauenfeld an der Zürcherstrasse lebte.

“History originates naturally together with the people undergoing it. History transforms into stories as one may say, stories constitute history whenever they are told and listened to. If history is what happens, then the following quote should be considered: ‚Stories don’t happen, stories are being told.‘ It is the first sentence in Christoph Ransmayrs new book ‚Atlas of a scared man‘. Our history book – or to be a bit pathetic: the history book of mankind that is going to be called ‚the Comprehensive Chronicles of the World‘ is going to emerge from transcripts of conversations, narratives, novels, documentary reports, minutes, from biographies, audio and videos, movies, books, booklets and notes and from many images, paintings, fotos and so on and so on.‘ Matthias Kuhn has written in his introduction of his lecture about Franz Anton Mesmer, famous doctor and magnetizer, in Pfyn. Mesmer probably lived in Frauenfeld in between 1809 and late 1812. „DKW: Matthias Kuhn / Franz Anton Mesmer in Pfyn“ weiterlesen

Fällung der Wettertannen

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Die Wettertannen beim Waaghüsli in Pfyn waren schon seit längerer Zeit krank. Der Gemeinderat schlug deshalb bereits im Vorfeld während der Vorbereitungen zur Kulturhauptstadt – Zeit vor, dass das Holz der Wettertannen allenfalls für ein Projekt der Demokratischen Kunstwochen verwendet werden könnten. Stefano W. Pasquini liess sich auf die Tannen ein. Sein Vorschlag, die Stämme zu einem mannshohen Schriftzug ‚PFYN‘ zu verarbeiten, ist teil seines Projekts US1105, das er für die Schweizer Kulturhauptstadt entworfen hat. Allerdings verzögerte sich die Umsetzung durch Einsprachen – die demokratischen Prozesse gehören mit zu den Werken in Pfyn. Im Herbst 2012 konnten die Einsprachen behandelt und die entsprechenden Vorbehalte ausgeräumt werden, so dass die Tannen gefällt werden konnten. Allerdings konnten das Holz der Tannen nicht mehr für die Skulptur von Stefano W. Pasquini verwendet werden – dort wird inzwischen ein anderer Weg gesucht.

The trees near the small house with the old weighing scale in Pfyn were sick since some time. The Council proposed to use the wood for an art project and Stefano W. Pasquini agreed in doing so. US1105 – his project for Pfyn, swiss cultural capital – proposed to use the trees for a huge sculpture in form of the word ‚PFYN‘. But due to objections – as part of the democratic process – the trees could not be cut. Only in late autumn 2012 all concerned parties decided on the cutting of the trees, but now the wood could no be used for the sculpture any more. We’re looking for another possibility now…