Demokratische Kunst – ein Entwurf / democratic art – a concept

Demokratische Kunst nutzt den öffentlichen Raum und geht über herkömmliche Verständnisse von Kunst im öffentlichen Raum hinaus. Sie ist flexibel und geht auf die gesellschaftlichen Bereiche ausserhalb des Kunstsystems ein, respektiert demokratische Gegebenheiten, nützt allerdings auch Formen des zivilen Ungehorsams für den demokratischen Prozess. Sie öffnet mit ihren Methoden das Kunstsystem und bezieht bewusst Menschen aus dem Nicht-Kunstbereich in künstlerische Prozesse mit ein. Sie geht davon aus, dass Kunst auch von einer Öffentlichkeit mitgetragen werden kann, die nicht Teil eines erfahrenen Kunstpublikums ist, sich aber interessiert zeigt. Öffentlichkeit kann in Kunstprozesse involviert werden, ohne zu wissen, dass sie Teil eines Kunstprozesses ist, allerdings bedingt demokratische Kunst die Diskussion. Sie kann sich nicht von vorneherein auf ein feststehendes Werk festlegen, sie ist offen und entsteht in einem Wachstumsprozess, der ein Zuwachs von Wissen und Erkenntnis für alle Beteiligten beinhalten muss. Demokratische Künstler begreifen sich als partizipierende aktive Mitglieder der Gesellschaft, als aktiv an der Demokratie teilnehmende Bürger, die die Integration statt Ausschluss suchen. Sie verstehen sich als Katalysatoren und respektieren demokratische Prozesse.
Demokratische Kunst interagiert zwischen Kunst und Gesellschaft. Sie erschliesst sich neue Aufmerksamkeitsbereiche um auch demokratisch wirken zu können. Sie hat weder Besitzer noch Eigentümer, sondern gehört der Öffentlichkeit, die die daran Teil hat. Über ihren Wert bestimmt die Öffentlichkeit und nicht der Kunstmarkt, was auch bei Förderinstrumenten bedacht werden muss. Sie ist offen für Einflüsse aus der Öffentlichkeit und setzt sich demokratischen Formen von Kunstbewertung aus. Demokratische Kunst braucht die Unterstützung eines demokratischen Systems, damit sie entstehen kann.

Democratic Art – A Concept

 

Democratic Art uses public space and goes beyond the traditional understanding of Art in Public Space. It’s flexible and reacts to social areas outside the art system, respects democratic facts but also uses forms of civil disobedience for the democratic process. With its methods it opens the art system and deliberately involves people outside the field of art in artistic processes. It assumes that art can also be carried buy a public that is not part of an experienced art audience but shows interest in it. The public can be involved in artistic processes without knowing that it is part of such a process; Democratic Art, however, dictates discussion. It cannot predefine a given opus; it’s open and comes into existence through a process of growth which has to contain a gain of knowledge and recognition for all involved. Democratic artists understand themselves as participating active members of society, as citizens actively participating in democracy, seeking integration instead of exclusion.  They understand themselves as catalysts and respect democratic processes. Democratic Art interacts between art and society. It extrapolates new areas of attention to be able to act democratically. It doesn’t have an owner or possessor but belongs to the public who takes part in it. The public and not the art market determine its value; therefore promotional instruments have to be carefully considered as a matter of principal. It is open to influences from the public and exposes itself to democratic forms of art evaluation.  Democratic art needs the support of a democratic system in order to come into being.

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