Baumfrevel im Städtli!

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Heute Morgen trauten wir unseren Augen nicht, als wir aus dem Fenster sahen und drei Arbeiter dabei waren den grossen Ahorn neben dem Pfarrhaus zu fällen!

Es war kein historischer Baum, aber auch dieser stattliche Geselle hatte mindestens sechzig Jahre an diesem Ort gestanden und seine Daseinsberechtigung wurde ihm nur dadurch abgesprochen, dass er eine Ableitung der Dachrinnen berührte.

Einigermassen schockiert, aber durch offizielle Stellen wieder beruhigt, mussten wir uns mit dem Verschwinden des Baumes abfinden, trauten aber unseren Augen und Ohren nicht, als die Arbeiter beim nächsten Baum ansetzten und diesen ebenfalls binnen kurzem zu Fall brachten. Ein etwa zweieinhalb Meter hoher Buchs wurde neben kleinern Bäumen ebenfalls gerodet – wer weiss wie lange ein Buchs braucht um eine solche Höhe zu erreichen, kann nachvollziehen, was passiert ist.

Wir versuchten alle nur möglichen Hebel in Bewegung zu setzen um diesem Frevel Einhalt zu gebieten und das Fällen weiterer Bäume ist erst einmal gestoppt. Wir hoffen dauerhaft, denn ich vermute, wenn wir nicht eingegriffen hätten, wären noch weitere Bäume dem Kleingeist groschenzählender Kirchenkommissionen zum Opfer gefallen.

Der Platz zwischen Kirche, Pfarrhaus und Häuserzeile im Städtli gehört der evangelischen Kirchengemeinde in Pfyn. Diese hat auch das Entscheidungsrecht über das Gelände und auch wenn es ein Kostenargument und praktische Lösungen geben kann, darf sich auch diese Stelle nicht der Ausstrahlung des Ortes und der Einmaligkeit dieses Ensembles verschliessen. Klar, Bäume können wieder gesetzt werden – nur brauchen sie nun mal auch an die 60 Jahre, bis sie wieder soweit gewachsen sind, dass sie einen solchen Ort auch zu dem romantischen und einmaligen Platz machen der er einmal war…

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Kriege und grosse Naturkatastrophen haben wir weitgehend gebannt, wir leben in einer kulturell durchstrukturierten und geplanten Landschaft, die nur noch wenig Freiraum für Formen von Natur bietet. Und die wenigen noch erhaltenen kleinen Nischen opfern wir mutwillig dem Kleingeist.

Schade eigentlich!

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