Gespräch mit Frau Sidler

Am Dienstagnachmittag gab uns Margrith Sidler ein Interview wie sie früher lebte.  Früher mussten die Mädchen in der Schule Schürzen tragen.
Früher war der Stundenplan so:  Im Winter von 8 Uhr bis 12 Uhr und von 14 Uhr bis 15:30 Uhr, im Sommer von 7 Uhr bis 11 Uhr und von13 Uhr bis 14:30 Uhr. Am Samstag hatten die Mädchen Nähschule.

Damals unterrichtete man die Fächer: Deutsch, Mathematik, Geografie, Turnen, Nähschule für die Mädchen, Hobbeln für die Jungs und Heimatkunde. Ihr Lieblingsfach war Mathematik. Als sie zur Schule ging , machte man kürzere Schulreisen als wir. Man blieb im Thurgau. Dank der Spende eines Pfyners von tausend Franken, konnten die Schüler ausnahmsweise die Schulreise aufs Brienzer  Rothorn unternehmen. Sonst machte man im Thurgau Schulreisen. In ihrer Schulzeit ging man noch nicht ins Lager, das kannte man noch nicht.

Frau Sidler als Kaiserin Margrit mit Kanzler Georg (Jürg Trippel) im Mittelalter 1993
Frau Sidler als Kaiserin Margrit mit Kanzler Georg (Jürg Trippel) im Mittelalter 1993 

Früher war die beste Note die Eins  und die schlechteste die Sechs. Gerade umgekehrt als bei uns heute. Sie bekamen erst in der Oberstufe ein Zeugnis. Vor eineinhalb Jahren bekam sie es von der Schule zurück, weil die Schule es nicht mehr aufbewahren konnte. Ihre Lehrerinnen hiessen: Fräulein Bissegger, Fräulein Eggloff und Fräulein Keller. In der Unterstufe hatte man Lehrerinnen und in der Mittelstufe hatte sie Lehrer. Sie hatten auch schon Strafen: Mit dem Lineal über die Finger schlagen, vor die Tür gehen oder zuhause zwei Seiten abschreiben.

Sie ging sehr gerne zur Schule, Ferien hatte sie nicht gerne. In die Nähschule ging sie nicht gerne, weil man die Sachen nicht tragen konnte, sie waren zu altmodisch. In einem Jahr hatten sie gleich viel Ferien wie wir. Sie hatten einfach keine Sportferien, dafür ein anderes mal eine Woche mehr. Man ging sehr wenig in die Stadt. Wenn man ging , dann mit dem Postauto oder dem Velo. Sie gingen nie in den Urlaub, sie wusste überhauptnicht was Urlaub bedeutet! Damals hatte man wenig Geld zur Verfügung, ihre Mutter verdiente  neben dem Beruf auch noch Geld mit dem Eierverkauf. Als Spielzeug hatten sie: einen Ball, ein Baby mit selbst gestickten  Kleidern, man spielte mit Blechpfannen Kochen, das Damespiel und das Neunimal.

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Geschrieben von: Martina Felber, Angelina Gruber und Lara Siegwart

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